Lernmaterialien sind da

Seit mittlerweile 11 Tagen habe ich nun schon meine Lernmaterialien, also Studienhefte, für das neue Semester, das übermorgen auch schon losgeht.

Momentan befasse ich mich ziemlich intensiv mit Immanuel Kant, vor allem mit der Kritik der reinen Vernunft. Natürlich lese ich auch das ein oder andere über antike Philosophie usw. Kant ist aber solch ein gewaltiger Einschnitt, dass ich beschlossen habe, mein Studium der Philosophie erstmal damit zu beginnen.

Bisher bin ich so begeistert von der Philosophie, dass die Soziologie etwas in den Hintergrund gerückt ist. Ich muss in den nächsten Wochen mal schauen, wie es weitergeht.

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Vorbereitungen

Heute habe ich mir in der gut sortierten Büroartikelabteilung des Drogeriemarkts unseres Vertrauens einige für das Studium sehr nützliche Utensilien gekauft.

Mit Karteikarten habe ich schon während meines ersten Studiums sehr gute Erfahrungen gemacht und damals vor allem für die mündliche Prüfung im Soziologie-Modul damit gelernt. Die passende Box dazu habe ich auch noch mitgenommen, und das Register wird sicher sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, Module oder Kurse voneinander zu trennen. Außerdem habe ich noch einen kleinen Ringordner und 200 Blätter Papier dafür gekauft. Da werde ich mir dann auch nochmal dies und das aufschreiben. Aufkleber zum Markieren von Seiten müssen sein, die haben mir auch im Erststudium gute Dienste erwiesen. Mit den Textmarkern will ich nach einem bestimmten System markieren, das ich mir allerdings noch überlegen muss. Ich will auf alle Fälle wichtige Begriffe in einer bestimmten Farbe markieren, wichtige Textstellen ganz altmodisch in gelb, vielleicht Personendaten oder so in einer Farbe und keine Ahnung, was noch. Vielleicht hat ja jemand eine Idee?! Immer her damit. Die Idee mit dem Vokabelheft für wichtige Begriffe habe ich von meinem Vater, und die finde ich sehr gut. Denn sowohl in der Philosophie als auch in der Soziologie trifft man auf unzählige Begriffe, deren Definitionen größtenteils stark vom Alltagsverständnis abweichen oder einfach komplett neu sind.

Mit dieser Grundausstattung sollte ich erstmal loslegen können, wenn die Kurse dann im Oktober starten. Von meinem Vater habe ich auch noch ein dickes Bücherpaket bekommen, da werde ich sicher einige Titel auch in meine Buchtipps aufnehmen und hier bald mal etwas zum ein oder anderen schreiben. Bis dahin….

Wer bin ich – und wenn ja, was mache ich eigentlich hier?

Soweit ich mich erinnere, war meine erste bewusste philosophische Frage die folgende: Wie ist die Materie an sich beschaffen, wenn wir sie nicht sehen würden. Die Materie reflektiert das Licht und erscheint uns je nach den in unser Auge zurückgeworfenen Wellenlängen des Lichts in unterschiedlichen Farben, schwarz oder weiß. Doch wie „ist“ die Materie „an sich“ und welche Beschaffenheit führt dazu, dass bestimmte Wellenlängen des Lichts verschluckt, andere aber zurückgeworfen werden. Ist die Materie schwarz wie die Nacht? Oder unsichtbar, durchsichtig? Kann man überhaupt die Materie „an sich“ denken? Ist es nicht vielmehr so, dass alles was „ist“ nur in unserem Verstand existiert? Oder ist alles doch ganz anders?

Damals war ich 15, vielleicht auch schon 16, und hatte soweit ich mich erinnere gerade eine Einführung in Einsteins spezielle Relativitätstheorie gelesen. Es war der schiere Wahnsinn. Wer zum ersten Mal von der Zeitdilatation und anderem Unfassbarem, ja Unvorstellbarem, liest, stellt sich wahrscheinlich ganz automatisch philosophische Fragen, weil der eigene Verstand nicht in der Lage ist, die Dinge, wie sie laut der Physik und Mathematik nun mal „sind“, nachzuvollziehen. Wenn man sich dann noch ein wenig in die Quantenwelt begibt, könnte man vollends das Handtuch werfen. Es gibt also Teilchen, die erst nach mehreren Umdrehungen oder auch schon nach einer halben Umdrehung aussehen, wie zuvor (Stichwort Spin). Nach langem Hin und Her bin ich irgendwann zu der Überzeugung gelangt, dass selbst die Physiker, die sich tagtäglich mit dieser „Materie“ – im wahrsten Sinne des Wortes – beschäftigen, sich nicht all das vorstellen können – mit dem Verstand begreifen können – was sie da eigentlich erforschen.

Es schien also tatsächlich so zu sein, dass der menschliche Verstand nicht in der Lage ist, alles zu begreifen, was die „Welt im Innersten zusammenhält“. Da stand ich nun, ich armer Tor, und war so klug als wie zuvor.

Wie ich mittlerweile weiß, handelt es sich bei den oben formulierten Fragen meines jugendlichen Ichs um Fragen aus dem Bereich der Metaphysik. Und wie ich auch weiß, haben sich schon sehr viele Männer (warum eigentlich immer Männer?) vor mir mit diesen Fragen beschäftigt und sind zu teils sehr abstrusen, teils aber auch sehr überzeugenden Antworten (oder zumindest sinnvollen Annahmen) gekommen. Mit diesen Philosophen will ich mich während meines Studiums beschäftigen.

Online-Seminar zum Thema „Ziviler Ungehorsam“

Gerade habe ich mich für ein Online-Seminar der FernUni zum Thema „Ziviler Ungehorsam“ angemeldet, das im November/Dezember 2019 stattfinden wird.

Zur Einführung in das Thema wird folgende Literatur empfohlen:

Braune, Andreas (Hg.), Ziviler Ungehorsam. Texte von Thoreau bis Occupy, Stuttgart: Reclam 2017.

Celikates, Robin, „Democratizing Civil Disobedience“, in: Philosophy & Social Criticism, 42 (2016), 10, 982–994.

Brownlee, Kimberley (2013). „Civil Disobedience“, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy (online),

Das erstgenannte Buch werde ich mir bestellen, die beiden Artikel habe ich schon runtergeladen und ausgedruckt. Dank der Unibibliothek konnte ich auch den Artikel aus der Fachzeitschrift Philosophy & Social Criticism kosten- und problemlos als PDF herunterladen.

Kursauswahl Wintersemester 2019/20

Im ersten Beitrag meines neuen Blogs möchte ich euch zunächst mal die Kurse auflisten, die ich im Wintersemester 2019/20 belegt habe. Außerdem verweise ich auf die Seite Über Mich, wo ihr ein paar Infos zu mir findet. (Die Inhaltsangaben der Kurse führe ich hier nicht auf, weil ich nicht sicher bin, wie das urheberrechtlich zu behandeln ist. Sie sind aber auf der FernUni-Website (fernuni-hagen.de) zu finden.)

Da wären zunächst die folgenden Philosophie-Kurse:

Kurs 03306 Anleitung zur Lektüre: Kant, Kritik der reinen Vernunft
Kurs 03329 Fichtes Praktische Philosophie
Kurs 03576 Hegel, Phänomenologie des Geistes
Kurs 03390 Eigentum und Freiheit
Kurs 03338 Französische Philosophie der Gegenwart I

Und dann die Soziologie-Kurse:

Kurs 03612 Norbert Elias
Kurs 03629 Georg Simmel
Kurs 03690 Emile Durkheim
Kurs 03611 Einführung in die „Protestantische Ethik“ Max Webers

Kurs 03683 Soziologische Analysen der Gegenwartsgesellschaft
Kurs 03685 Krise und Kritik. Klassische soziologische Zeitdiagnosen der Moderne
Kurs 03608 Soziale Ungleichheit. Ein Überblick über ältere und neuere Ansätze
Kurs 33159 Einführung in die Sozialstrukturanalyse

Natürlich kann und werde ich diese Kurse nicht alle innerhalb eines Semesters durcharbeiten und abschließen. Ich werde einfach mal sehen, was möglich ist, und dann in den nächsten Semestern entsprechend das Wiederholer-Kennzeichen in der Kursauswahl der FernUni setzen; dadurch entfallen die Gebühren für das Studienmaterial, man erhält aber trotzdem Zugang zu den Online-Ressourcen (Moodle usw.).

Als Wiederholer/in kann man sich übrigens nach aktuellem Stand 7 Semester lang gebührenfrei zurückmelden (also kann man einen Kurs mit einer gebührenpflichtigen Belegung insgesamt 8 Semester lang belegen). Das ist eine super Regelung und hier sieht man wieder, warum eine staatliche Hochschule wie die FernUni in vielen Bereichen privaten Hochschulen überlegen ist, die oft weit über 300 Euro pro Monat fürs Studium verlangen. Bei der FernUni zahlt man als Vollzeitstudierende/r etwa 60 Euro pro Monat. Als Teilzeitstudierende/r etwa die Hälfte (je nach Höhe des AStA-Beitrags). Und als Wiederholer/in nur den AStA-Beitrag, also am Ende vielleicht 2 Euro pro Monat.

Bis das Semester am 1. Oktober beginnt, werde ich mich schonmal ein wenig mit Kant und mit der Soziologie beschäftigen. Durch mein Erststudium habe ich ja schon einige Kenntnisse, was die Soziologie angeht und auch Kant ist mir nicht ganz fremd. Ich hatte während meines BA-Studiums drei Soziologie-Module und ein Philosophie-Modul, in dem auch Kants Rechts-, Staats- und Geschichtsphilosophie Thema war. Alles sehr interessant.

Ich könnte hier noch stundenlang weiterschreiben, muss aber jetzt noch arbeiten usw.

Bis die Tage.